Stellung bekennen und Gutes tun

13. September 2019

Man kennt den Satz: Tue Gutes und sprich darüber. Um jetzt keine Grundsatzdiskussion aufzumachen, nur soviel, ja Leute, helft euch gegenseitig. Das war früher schon gut. Unsere Zeit vergeht gefühlt immer schneller, Digitalisierung hin oder her. Unsere Branche verändert sich jeden Tag. Es gibt ständig Updates, E-Mails und neue Tools, die man kennen muss, um mithalten zu können. Dabei vergisst man zu oft das Menschliche. Man sitzt viel vor dem Rechner, vor Programmen, beschäftigt sich mit Kameras und Zubehör – man will sein Handwerk bestmöglich perfektionieren. Verständlich und logisch. Und wichtig.

Wenn man eine Produktionsfirma für Film hat, bekommt man häufig Anfragen für größere und kleinere Videos. Die meisten sind seriös, einige unverschämt und dann gibt es noch die Art von Anfragen, über die man entweder länger nachdenkt, weil man sich in Unkosten stürzt, oder sofort zusagt, ohne lange drüber nachzudenken. Warum? Ganz einfach.  Es gibt große Marken und große Firmen, die können sich Filme sehr gut leisten. Sie haben den Mehrwert längst verinnerlicht und ihren Fokus dahingehend verändert. Gut so! Auch wichtig.

Dann gibt es kleine Projekte, die wissen, wie wichtig es ist, einen vernünftigen Auftritt nach außen zu haben. Doch leider ist das Budget zu knapp. Die Art dieser Projekte ist ganz unterschiedlich. Meistens sind es Musiker, Kreative und Vereine, die tolle Arbeit leisten, jedoch nicht genug Geld für einen Film aufbringen können.

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen – um zwei Schritte nach vorne zu machen.

Rostock Rotates ist aus diesen Ursprüngen entstanden, tollen Leuten eine Stimme zu geben. Aus diesem Grund produzieren wir in jedem Jahr einige Projekte aus eigener Tasche. Das ist unsere Art etwas Gutes zu tun. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er sich engagieren möchte, ehrenamtlich oder Geld spenden – wir spenden unser Know-how, unser Equipment und unser Können um den Leuten Filme zu schenken. Unser Lohn ist der Dank und die Anerkennung und das Gefühl etwas Gutes getan zu haben.

In diesem Jahr ist ein kurzer Trailer in Rostock, unserer Heimat entstanden. Das Thema ist „Apropos Partnerschaft“. Hierbei geht es um die Vereinbarkeit vom Erwerbs- und Privatleben von Männern und Frauen. Ein sehr spannendes Thema, wie wir finden. Es geht um Gleichberechtigung und Verantwortung von Müttern und Vätern und darum, einen Diskurs zu beginnen und nachzudenken und umzudenken.

Dieses Projekt wurde ganz schnell ein Herzensprojekt. Warum? Weil es wichtig ist.

Es stellte sich immer mehr heraus, dass Väter gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden. Die inhaltliche Vorbereitung war diesmal eine besondere Herausforderung. Die Organisation des Drehs auch. Die Zusammenarbeit mit dem Landeszentrum lief wunderbar. Es wurden Interviewpartner und Drehgenehmigungen organisiert. Väter kamen zu Wort. Ein Musiker. Ein Sozialpädagoge. Ein Projektleiter. Wir drehten in der Rostocker Stadtbibliothek, in Proberäumen, im Südstadtklinikum auf der Entbindungsstation und natürlich an weiteren Standorten in Rostock.

Zur gleichen Zeit lief eine Ausstellung eines schwedischen Fotografen Johan Bävmann „Swedish Dads“, die wir natürlich mit bebilderten. Bei der Ausstellung geht es um Väter, die Elternzeit genommen haben und mit ihren Kindern zu Hause blieben und die Zeit genossen. Typische Schnappschüsse aus dem Alltag sind hierbei entstanden.

Dieses Projekt soll zum Nachdenken anregen. Männer und Frauen sollen frei wählen können wie sie leben wollen. Und weil das so wichtig ist, haben wir einen kurzen Film darüber gedreht.

Wenn man anderen hilft – hilft man sich selbst

Dieses Projekt hat uns selbst sehr viel gegeben. Seit Langem haben wir in alter Manier (wie vor 6 Jahren) zu zweit produziert. Das Equipment hat sich zwar geändert, das Gefühl bleibt. Leichte Anspannung was passieren wird, wie die Leute reagieren, doch dann Gänsehaut und Freude über den einmaligen Drehtag. Wieder zurück im Büro haben wir erstmals zu dritt an diesem Projekt geschnitten. Eine neue Erfahrung für uns. Diskussionen, unterschiedliche Ansichten und Herangehensweisen haben zum Schluss zu einem wirklich tollen Film verholfen, auf den wir sehr stolz sind. Stolz weil wir jemandem helfen konnten und stolz, weil wir als Team über uns hinaus gewachsen sind, denn habt ihr schon mal versucht einen Film mit drei Personen zu schneiden?

Hier geht es zum Film:

 

 

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