„Früher wollten Kinder Held sein – nicht Gangster“ – R3Z


19. April, Düsseldorf

Alle guten Dinge sind drei sagt man. Also auf zum dritten Musikvideo für R3Z haben wir uns gedacht. Denn dieser berühmte Internet-Rapper produziert fleißig Lines und Rhymes. Der Stil hat sich verändert. Die Farben. Der Sound. Doch der Humor bleibt.

Aber von vorne.
Vor ziemlich genau 2 Jahren gab es da diese Möglichkeit ein Musikvideo zu produzieren. R3Z ist schon zu dem Zeitpunkt bekannt für seine Zeilen, die auf den ersten Blick simple wirken. Doch bei näherer Betrachtung zum Nachdenken anregen.
Die Bewerbung für JuliensBlogBattle stand. Der Song „Sie wollten R3Z“ hat uns überzeugt. Die Zeit war knapp. Also wurden Freunde mobilisiert und es wurde telefoniert, was das Zeug hält. Wir brauchten zwei Drehtage, eine coole Wohnung, einen Keller…. und eine Maske. Gesagt – Getan. Der Videodreh hat wirklich viel Spaß gemacht. Kleine Details im Video selbst waren uns alle wichtig und schon stand 3 Tage später der fertige Schnitt. Eingeschickt. Und abwarten.

R3Z kam weit in den Qualifikationsrunden, aber uns ging es hierbei nicht ums Gewinnen. Wir wollten gemeinsam ein cooles Projekt abgeben und eine tolle Zeit haben. Das hat auch geklappt. Also beschlossen wir, wenn es zu einer neuen Runde Rap kommt, sind wir auf jeden Fall dabei. Umso mehr freuten wir uns, als die Nachricht für eine weitere Qualifikationsrunde kam. Die Lines waren längst geschrieben. Jetzt wurde die Zeit knapper, denn der Song musste noch gemixt werden und wir brauchten neue Ideen für ein weiteres Video. Freunde und Bekannte aus dem ersten Video waren wieder dabei. Jedoch gab es jetzt noch mehr Unterstützung.

Rapmusik jetzt im Studio ganz ohne Gangster?

Ja, wir sind wetterunabhängiger, brauchten trotzdem bunten Rauch, Konfetti, Merch und dieses Mal auf jeden Fall ein entsprechendes Auto. Aber auch das war kein Problem. Der Dreh konnte in der Zeit, als R3Z den Song mixte, gut geplant und vorbereitet werden. Wir brauchten ein Studio mit ebenerdiger Einfahrt. Es wurde poliert, was das Zeug hält. Leinwände wurden errichtet, Darsteller besorgt und zu  guter Letzt hatten wir sogar eine Druckerei, die uns unterstütze in unserem Vorhaben. Die nächsten beiden Drehtage setzten dem ersten Musikvideo noch einen drauf, nicht nur organisatorisch. Bildtechnisch hatten wir deutlich mehr Zeit um die richtigen Ausschnitte aufzubauen. Wir konnten entsprechend Licht setzen. Wir hatten ein gutes Team. Das war wirklich mega. Punkt.
Weitere drei Tage später stand der Rohschnitt und konnte nach Absprache mit R3Z in den Feinschliff gehen. Die Uhr für die Abgabefrist tickte.

Das Musikvideo konnte zu aller Zufriedenheit rechtzeitig abgegeben werden und wurde von der Community auch gut gefeiert. Trotzdem hat R3Z das nächste Battle letztlich nicht gewonnen.

Aber gibt es eine Zukunft der Rapmusik ohne Battlerap?

Die Antwort ist ganz einfach. Ja. Die Vermutung liegt nahe, dass wir bei weiteren Runden des Battle-Raps wieder ganz vorne mit dabei sind, denn wir hatten Blut geleckt. Oder wie wir aus dem Norden sagen – die richtige Luft geschnuppert. Aber wir haben gemeinsam beschlossen dem Ganzen mehr Zeit zu geben. Musik ist im stetigen Wandel, wie Mode und Kunst. Die Künstler und Kreativen brauchen Zeit um sich zu entwickeln, ihren Weg zu finden. Aus diesem Grund haben wir im letzten Jahr zusammen mit Kollegen beschlossen ein neues Musikvideo für R3Z zu produzieren. Ja wir arbeiten tatsächlich nun ziemlich genau ein Jahr (natürlich nicht durchgängig) an dem neuen Musikvideo für R3Z. Wow was kommt jetzt bitte für ein krasses Musikvideo – kann man sich denken. Jedoch haben wir festgestellt, dass die Lines von R3Z sich gewandelt haben. Es geht nicht mehr um Beleidigungen und Kommerzialisierung. In den neuen Songs verstecken sich Träume und Besinnung auf das Wesentliche. Das muss auch in den Bildern ausgedrückt werden.

Und gibt es wirklich guten Rap ohne das f** -Wort?

Wir begeben uns auf eine Zeitreise in die 80er. Als Kinder dieses Jahrzehnts schwelgt man da schnell in Erinnerungen. Pinke Kaugummis, Schokoladenzigaretten und Plateauschuhe sind die ersten Themen, als wir über die Ideen für das neue Musikvideo reden. Das lässt sich doch organisieren – mithilfe eines Green Screens. Auch in diesem Dreh darf es nicht an einem adäquaten Auto fehlen. Der passende Porsche (in weiß) und einige Graffiti Walls sind gefunden.
Und ein frisches Rapsfeld lässt sich auch wunderbar aus der Luft aufnehmen. Wieder stellen wir gemeinsam fest, dass die Zeit und Entwicklung etwas mit unserer Arbeit macht.

 

 

Die Zeilen des Songs „Back to the 80´“ sind mit Werten und Symbolen gespickt – unsere Bilder haben sich weiterentwickelt. Gemeinsam finden wir zu einem Nenner. „Früher wollten Kinder Held sein – nicht Gangster“ trifft es hier wunderbar auf den Punkt. Träume  – sich zu verwirklichen und etwas Besonderes zu schaffen – das ist es, was wir jeden Tag mit unserem Job versuchen. Und alle guten Dinge sind nicht drei, sondern viele, aber richtig.